Regionaler Fokus

  • Schafft der Markt in Italien die Trendwende?

25.11.2013 Von: Christian Doepgen


Artikel Nummer: 4041

Zurück zu Zuversicht

Nachdem im Oktober 2013 die Regierung Letta in Italien bestätigt wurde, kehrt man nun zur Arbeit zurück. Im Kabinett wurde ein Infrastrukturpaket verabschiedet. Zudem scheint nach acht Quartalen in Folge mit schrumpfender Wirtschaft die Talsohle durchschritten.


In Italien scheint man sich auf die Bedeutung des Logistiksektors zu besinnen.  Werden die vor- und nachgelagerten Bereiche der Logistik dazugerechnet, beziffert sich die Beschäftigtenzahl auf geschätzte 1 Mio. Beschäftigte, die mit 200 Mrd. EUR Umsatz jährlich für ca. 13% des italienischen Bruttoinlandprodukts (BIP) stehen. Der in der nachmaligen Regierung Monti agierende Transportminister Corrado Passera hatte 2012 darauf hingewiesen, dass Reformen in der Logistikbranche in Italien strategische Priorität genössen, denn wegen unzureichender Infrastruktur und organisatorischer Ineffizienz gingen dem Land jährlich geschätzte 60 Mrd. EUR verloren.

Seinem Nachfolger Maurizio Lupi stehen nach Kabinettsbeschluss nunmehr zwei Mrd. EUR im kommenden Jahr für  Massnahmen zur Verbesserung der  Infrastruktur zur Verfügung. Lupi, dessen Leidenschaft für die Hochgeschwindigkeitverbindung «TAV» zwischen Italien und Frankreich bekannt ist, hat immerhin für den Ausbau ausgewählter Eisenbahn-Drehscheiben 200 Mio. EUR vorgesehen. Neben dem Autobahnausbau wurde ein Sonderfonds speziell für die Sanierung von Strassen, Brücken und Tunneln in Höhe von 300 Mio. EUR gebildet.

 

Indikatoren für Plus – und Minus

Anzeichen für eine wirtschaftliche Trendwende in Italien sind vorhanden. Indikatoren wie der Einzelhandelsumsatz oder der Einkaufsmanagerindex haben nach jahrelanger Talfahrt seit dem dritten Quartal 2013 wieder erstmals zugelegt, ebenso wie die Nachfrage nach Lager- und Logistikkapazitäten.

 Neben ökonomischen Unwägbarkeiten bleibt in Italien jedoch weiterhin die  Behördenpolitik die grösste Variable. Nur ein Beispiel ist ein aktueller Erlass des italienischen Umweltministeriums, das mit wenigen Tagen Vorlauf allen internationalen Gefahrguttransporteuren die Registrierung  beim italienischen System «Sistri» zum 1. Oktober 2013 zur Auflage macht. Eine Beschwerde bei der Europäischen Kommission wurde inzwischen von der IRU und sechs nationalen Transportverbänden europäischer Staaten eingereicht (s. S. 51) . Es ist also noch ein guter Weg, bis das Schwungrad des italienischen Logistikmarktes wieder wirklich rundläuft.            

 

 

 

 

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