Regionaler Fokus

  • Geschäftsführerin Angelika Fischer.

16.05.2018 Von: Christian Doepgen


Middle East
Artikel Nummer: 23123

Die richtigen Partner

Die Schwergut- und Projektlogistik ist bei ungewöhnlichen Destinationen besonders anspruchsvoll. Manche sehen genau in dieser Herausforderung ihre Chance. In Zürich sprach Geschäftsführerin Angelika Fischer mit Christian Doepgen über die Partnerschaften, mit denen Sondertransporte u.a. in den Iran, den Kaukasus und nach Mittelasien bewältigt werden.


 

Frau Fischer, seit wann sind Sie mit Ihrem Unternehmen aktiv?

Wir sind seit zwei Jahren der erste deutsche Standort der österreichischen Firma Jöbstl und als Jöbstl East eine eigenständige Niederlassung. Wir sind ein vertriebsorientiertes Team mit jahrelanger Erfahrung in der Logistik-Branche und legen den Schwerpunkt klar auf Dienstleistung.

 

 

Welches Dienstleistungsprofil weist Ihre Firma auf?

Wir sind auf Projekt- und Schwergutlogistik spezialisiert. Eine besondere Stärke liegt u.a. im Transport von Kraftwerken und Maschinenparks. Es gehen aber auch Luxusautos aus Deutschland oder ganze Fertigbauelemente für eine Hotelkette in den internationalen Transport. Die Bandbreite der Projekte ist hoch.

 

 

Wo sind Sie domiziliert?

Neben unserem Hauptstandort in München verfügen wir seit Februar 2018 über ein Verkaufsbüro in Hamburg. Wir haben somit die entsprechende Reichweite für Kunden in ganz Deutschland. Daneben haben wir natürlich das Stammhaus im Rücken und verfügen über viele Kooperationspartner.

 

 

Ihr regionaler Wirkungskreis geht aber über Deutschland hinaus?

Allerdings, wie unser Name geografisch bereits andeutet. Wir haben uns auf Nischenländer spezialisiert, wo nur wenige Player aktiv und Transporte entsprechend schwierig zu organisieren sind, weil kaum Erfahrungswerte bestehen. Jöbstl ist u.a. stark in Zentral- und Südosteuropa, z.B. Bulgarien, aufgestellt, so dass wir hier einige Synergien haben. Wir als Jöbstl East decken für europäische Kunden so komplexe Märkte wie z.B. den Iran, Aserbaidschan oder Bhutan ab.

 

 

Sind Sie auch Dienstleister für Dritte, z.B.  grosse Speditionsfirmen?

Nein, wir arbeiten ausschliesslich und exklusiv mit Direktkunden. Da muss man fachlicher Allrounder oder auch z.B. an Weihnachtstagen erreichbar und aktiv sein – genau darin liegt unsere Stärke.

 

 

Gibt es Dienstleistungen, die Sie nicht anbieten?

Unser Anspruch ist es, Full-Service-Dienstleister zu sein. Das bedeutet die gesamte Palette von Planung, Genehmigungsverfahren, Verzollung und dem kombinierten Transport in Zusammenarbeit mit Partnern bis zum Zielort anzubieten. Unsere gemischten Crews können sich dabei sowohl um Schwergut mit Übermassen als auch den Transport von FCL mit Begleitmaterial kümmern. Das ist bei so umfangreichen Projekten wie Wasserkraftwerken, die wir nach Bhutan oder in den Kosovo geliefert haben, von besonderer Wichtigkeit.

 

 

Können Sie etwas, was andere nicht bieten können?

Als einer der wenigen Anbieter weltweit verfügen wir über eine eigene Montage-Crew, die am Zielort mit eigenen Geländestaplern und Spezial- ausrüstung tätig wird. Diese Dienstleistung wird von den Kunden besonders gern wahrgenommen, so nicht nur in Bhutan und im Kosovo, sondern z. B. auch in Chile.

 

 

Worin besteht Ihr Erfolgsgeheimnis?

Neben einer professionellen Projekt- und Kundenbetreuung geht es darum, die richtigen Partner zusammenzubringen. Eine klare Federführung der Organisation und erfahrene Partner können jedes Projekt erfolgreich bewältigen.

 

 

Mit welchen Partnern arbeiten Sie neben der Mutterfirma zusammen?

Das hängt stark von den jeweiligen Destinationen bzw. Transportaufgaben ab. In Richtung Iran arbeiten wir z.B. bei Strassentransporten mit dem türkischen Logistikunternehmen Petek Lojistik in Istanbul zusammen, das nicht nur über Erfah- rung bei Transporten in den Iran und nach Zentralasien verfügt, sondern auch auf über 30 eigene und gecharterte Lkw zurückgreifen kann.

 

 

Und über Petek hinaus?

Das Angebot der Transportmodi in den Iran komplettieren wir durch die Zusammenarbeit mit Mars Air & Sea, die mehrheitlich zum japanischen Hitachi-Konzern gehören (s. ITJ 35-36/ 2013, S. 49). Dieser Kooperationspartner deckt mit uns im Projektbereich inkl. Air & Sea darüber hinaus die Regionen Türkei, Naher und Mittlerer Osten sowie den Kaukasus ab. Im Austausch mit unserem Ansprechpartner Ahmet Yüksek, Director Projects/ Heavy Cargo, wickeln wir derzeit u.a. ein Grossprojekt ab.

 

 

Wie sieht dieses Projekt aus?

Es geht um Transporte für einen Konzernkunden aus der Türkei, der eine neue Fabrik in der Nähe von Adana in der Osttürkei errichtet. Einzelne Schwergut-Colli sind über 4,3 m hoch und bringen es auf ein Gewicht von über 100 t. Das Gesamtvolumen beläuft sich auf etwa 10 000 t, die in den nächsten zwei Jahren in den Transport gehen.

 

 

 

Gibt es neben operativer Zusammenarbeit auch ein gemeinsames Marketing?

Wir akquirieren auch gemeinsam: Letztes Jahr sind die drei Partnerunternehmen Jöbstl East, Jöbstl Bulgarien und Petek als Team auf der Messe Logitrans in Istanbul aufgetreten.

 

 

Reicht dieses Netzwerk für die individuellen Anforderungen der Kunden aus?

Wir haben jetzt auch einen ­festen Partner für Sondertransporte. In ­Zukunft werden wir in der Abwicklung unserer grossen Projekte mit der inhabergeführten Firma Tiroltrans aus Bozen zusammenarbeiten. Erste Projekte haben wir bereits gemeinsam durchgeführt. Die Eigentümerfamilie Gruber passt sehr gut zu uns.

 

 

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