Regionaler Fokus

  • Umschlagaktivitäten in Long Beach.

09.02.2017 Von: Jutta Iten


Artikel Nummer: 17784

Fünf US-Containerhäfen in den Top 50

Auch wenn die USA (und Kanada) nicht im Mittelpunkt dieser Entwicklung standen, hinterlässt die Veränderung im Welthandel selbstverständlich auch bei den nordamerikanischen Häfen ihre Spuren und bestimmt die geplanten Aktivitäten in den kommenden Monaten und Jahren.


 

Nach Zahlen aus dem Jahr 2014 konnten sich lediglich fünf US-amerikanische Containerhäfen auf der Top-50-Liste behaupten, davon drei Westküste-Häfen. Letzteres ist sicherlich dem starken Handel mit dem Fernen Osten, nach demjenigen mit Kanada zweitstärkstem, zu verdanken. Los Angeles (die Nummer 1 in den USA) belegte Platz 19, gefolgt von Long Beach (21), New York (26), Seattle (44) und Georgia Ports (46). Von den zehn grössten Häfen der Welt befinden sich übrigens neun in Fernost.

 

Rekorde und Ambitionen

Ein Rekordvolumen wurde 2016 im grössten Containerhafen Nordamerikas, Los Angeles, umgeschlagen. Gemäss dem geschäftsführenden Direktor Gene Seroka der Hafenbehörde Los Angeles wurden insgesamt 8,8 Mio. Teu geladen oder gelöscht, 8,5% mehr als 2015. Für das Jahr 2017 sehen die Verantwortlichen des Hafens ihre Aufgabe darin, dem Wandel in der Reedereiwelt zu begegnen und eventuelle daraus entstehende Verluste aufzufangen oder zu mindern. Dafür werde man Management-Prozesse, Informationstechnologie und die Verwendung der zur Verfügung stehenden Flächen zu optimieren suchen. «Rekorde müssen gebrochen werden, um unsere Wirtschaft voranzubringen», sagte Bürgermeister Eric Garcetti, der darauf hinwies, dass der letzte Rekord in dem Westküstehafen im Jahr 2006 mit 8,4 Mio. Teu erstellt wurde.

 

Im zweitgrössten US-Containerhafen Long Beach wurden 2016 etwas mehr als 6,7 Mio. Teu abgefertigt, 5,8% weniger als ein Jahr zuvor. Dies wurde zu einem nicht geringen Mass dem Bankrott von Hanjin zugeschrieben.

 

«Grüne Häfen» im Aufwind

In diesem Zusammenhang äusserte Duane Kenagy, Interim Chief Executive des Hafens Long Beach, dass man über ein gutfinanziertes Investitionsprogramm verfüge, das sich auf die Verbesserung der Infrastruktur, gut ausgebildete Arbeitskräfte, eine Reihe von ökologischen Verbesserungen und den Ersatz von Schifffahrtslinien, die sich zurückziehen, konzentriere. Auch dem Problem und den Bedürfnissen der immer grösser werdenden Schiffe werde grosse Aufmerksamkeit gewidmet. Auch in Zukunft solle Long Beach als «grüner Hafen» seinen Platz auf der Landkarte bewahren.

 

Fokus auf Anschluss ans Hinterland

Ebenfalls erfreuliche Nachrichten erreichen uns aus den Südstaaten. Die Hafenbehörde von Georgia Ports (GPA), der Nummer 46 auf der Top-50-Liste, meldete, dass im Jahr 2016 eine Rekordmenge von beladenen Containern, nämlich 2,95 Mio. Teu, umgeschlagen wurde. Das sind rund 71 000 Teu mehr als 2015. «Unsere strategische günstige Lage in der Nähe von Herstellern und Bevölkerung und der direkte Zugang zu Seerouten im Südosten des Landes haben unsere Kunden veranlasst, zu uns zu kommen», freute sich Griff Lynch, Executive Director bei GPA.

 

Die Behörde ist zuständig für die Tiefwasserhäfen Savannah und Brunswick sowie für die Inlandterminals in Bainbridge und Columbus. Letztere bringen dem Hafen die Zielmärkte Alabama, Tennessee und Kentucky näher. Zudem sollen vermehrt in der Region hergestellte Güter (gemäss den Zielen von Präsident Trump) wie Automobile, Pneus etc. auf dem globalen Markt konkurrenzfähiger werden.