Regionaler Fokus

  • Markus Wäger von Hödlmayr

15.05.2018 Von: Marco Wölfli


Middle East
Artikel Nummer: 23120

«Im Iran sind kreative Lösungen gefragt»

Markus Wäger ist Regional Manager beim österreichischen Automobillogistiker Hödlmayr. In dieser Funktion ist er auch für den Iran verantwortlich. Das Unternehmen ist derzeit im Land im Import tätig, sieht aber auch Potenzial für den Fahrzeugexport.


 

Südosteuropa und die Schwarzmeer-Region sind Schwerpunkte von Hödlmayr. Wie ist es dazu gekommen?

Als Hödlmayr verfügen wir damit über ein Alleinstellungsmerkmal und haben in diesen Regionen viel Pionierarbeit geleistet. Zudem gehört es seit jeher zur Unternehmensphilosophie von Hödlmayr neue Länder und Märkte zu erschliessen.

 


In den letzten Jahren eröffnete Hödlmayr Niederlassungen in Georgien und der Türkei. Was waren die Überlegungen hinter diesen Schritten?

Georgien ist das beste Eingangstor für die Kaukasus-Region und die ­Türkei ist durch ihre Grösse ein sehr ­attraktiver Markt.

 


Geografisch betrachtet, ist Iran der nächste Schritt. Wie sehen die Hödlmayr-Aktivitäten dort aus?

Seit letztem Jahr verfügen wir mit der PTB Group über einen Netzwerkpartner im Iran und führen regelmässig Fahrzeugtransporte durch. Der kontinuierliche Ausbau der Zusammenarbeit ist das Ziel beider Unternehmen.

 

 

Die Autoindustrie ist der zweitwichtigste Wirtschaftszweig im Iran. Ein Traum für einen Fahrzeuglogistiker!

Im Land werden jährlich 1,4 Mio. Fahrzeuge produziert, grösstenteils aber von staatlichen Akteuren. Unser Fokus liegt im Moment auf dem Import aus Europa.

 

 

Wie funktioniert der Import in den Iran?

Handelsstrukturen mit Generalimporteuren sind nicht vorhanden, vieles läuft auf privater Basis. Dank unseren Verbindungen zu den Autoproduzenten in Europa und den Kontakten im Iran können wir die ganze Transportkette inkl. Verzollung anbieten. Das ist ein grosser Vorteil.

 

 

Was sind die Herausforderungen?

Gesetze können sich schnell ändern. Wenn dann ein Transport bereits unterwegs ist, muss man kreative Lösungen finden. Seit ein paar Wochen sind zum Beispiel nur noch Fahrzeuge im Wert von 40 000 EUR als Importware erlaubt.

 

 

Welche Verkehrsträger sind Favorit?

Lkw und Intermodal über die Adria oder das Schwarze Meer. Mit Güterzügen könnten wir sofort starten, doch der letzte Abschnitt durch die Türkei dauert momentan noch zu lange. Bei grösseren Volumina wird es wieder eine Option.

 

 

Wie viele Autos liefern Sie derzeit?

Letztes Jahr waren es 2000, und 2018 rechnen wir mit einer klaren Steigerung.

 

 

Was sind die Zukunfts-Chancen im Iran?

Die Regierung will für ausländische Fahrzeughersteller attraktive Rahmenbedingungen schaffen und diese ins Land holen. Wenn dies gelingt, wollen wir auch exportieren. Fallen zudem noch die Importbeschränkungen, sind die Aussichten sehr gut. Auch der Ausbau der Südroute der Seidenstrasse bietet Chancen.

 

 

Wie steht es um Ihre Farsi-Kenntnisse?

Ich habe kürzlich einen Lehrer gefunden und beginne, die Sprache zu lernen. Ziel ist es, schon bald Smalltalk auf Farsi führen zu können, weil es auch eine Wertschätzung gegenüber den Kunden ist.