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10.03.2015

Artikel Nummer: 9480

11-12/2015 Das Fest ist vorbei


Seit 1954 kommen in China jedes Jahr im März die knapp 3000 Delegierten des Nationalen Volkskongresses zusammen. Sie diskutieren über die Lage im Land, nehmen Gesetze an, ändern die Verfassung und nehmen den Haushalt an die wichtigen Entscheidungen wurden allerdings bereits im Vorfeld im Politbüro gefällt. So auch wieder in diesem Jahr.

 

Die genauen Ergebnisse standen bei Redaktionsschluss noch nicht fest. Sicher ist allerdings bereits Eines: Die Wirtschaftslage in der Volksrepublik hat sich deutlich abgekühlt, der Boom ist einer durchwachsenen Lage gewichen. Nachdem die Feierlichkeiten zum Chinesischen Neujahr beendet sind, setzt die Katerstimmung ein.

 

Alle Welt blickt nach China und fragt sich, wie es mit der zweitgrössten Volkswirtschaft der Welt weitergeht. Die Regierung setzt indes alles daran, die Konjunkturentwicklung wieder anzukurbeln. Beispielsweise öffnete die Notenbank zum zweiten Mal innerhalb von drei Monaten mit einer Zinssenkung den Geldhahn, um Geschäftsbanken so dazu zu bringen, Finanzmittel an die Unternehmen im Land vergleichsweise günstig weiterzugeben, so dass die Kreditaufnahme für neue Investitionen einfacher wird. Die maritime Wirtschaft ist in dieser Hinsicht längst einen Schritt weiter. Die HSH Nordbank bringt es in ihrem kürzlich veröffentlichten Bericht «Shipping goes to Asia» (s.S.18) auf den Punkt: Asiatische Institute verstärken ihre Aktivitäten in der Schiffsfinanzierung, da sich europäische Banken immer mehr zurückziehen.

 

Darüber hinaus will sich die Volksrepublik künftig auch stärker für Investoren aus dem Ausland öffnen. Die Aktivitäten chinesischer Unternehmen gehen derweil auch über die Landesgrenzen hinweg ungetrübt voran. So setzen die «neuen Gringos» beispielsweise neben Indien und Afrika auch auf Märkte in Lateinamerika (s.S. 12 im Special). Die Schifffahrt geht also nach Asien aber die Chinesen sind erneut bereits viel weiter.

 

 

Antje Hanna Veregge
Stellv. Chefredaktorin

 

 

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