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09.03.2018 Von: Christian Doepgen


Ausgaben
Artikel Nummer: 22330

11-12/2018 Auf die gute Seite der Macht !


 

Lange Zeit verpönt, kommt man ohne ihre Erwähnung heute nicht mehr durch einen Abend netten Plauderns mit Geschäftspartnern – die Rede ist von der hohen Politik. Der Grund ist ebenso schlicht wie überzeugend: Was in den Wandelgängen der Politik in diesen Tagen diskutiert und entschieden wurde und wird, betrifft die Logistikbranche weltweit in noch stärkerem Mass als bislang. Der Handel selbst ist in einer Weise zum Politikum geworden, dass die wirtschaftlichen Notwendigkeiten bisweilen in den Hintergrund zu treten scheinen.

 

Dabei müssen es nicht einmal die ökonomischen Kollateralschäden durch schlagzeilenträchtige Umwälzungen oder Konflikte sein, die den Handel beeinträchtigen können, so wie der Arabische Frühling oder Konflikte wie in Libyen, dem Jemen oder der Demokratischen Republik Kongo. Das Spektrum ist weitaus grösser, wie die Volksrepublik China mit der Importsperre für Altpapier und Plastik aufgezeigt hat – es werden geschätzt fast 50 Mio. t an Gütern sein, die nicht wie in gewohnter Weise in den Transport gehen.

 

Im Umkehrschluss aber kann die Politik auch Handelswege wieder oder neu öffnen. Elf Staaten wollen in Kürze die entschlackte Trans Pacific Partnership unterzeichnen, die EU verhandelt u.a. mit Kanada und Japan über Freihandelsabkommen, und Grossbritannien ernennt weltweit Handelskommissare für neue Handelsvereinbarungen in der Post-Brexit-Periode. Hoffen wir also auf die gute Seite der Macht!

 

Eine erbauliche Lektüre wünscht

 

Christian Doepgen
Chefredaktor

 

 

 

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