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24.03.2015

Artikel Nummer: 9677

13-14/2015 Ibra und die Models


Frankreich fasziniert. Frankreich polarisiert. Die politischen Extreme zwischen den beiden Urnengängen zu den Lokalwahlen thematisiert meine Kollegin Jutta Iten auf S. 27.

 

Wir wollen zunächst von der «schönsten Nebensache der Welt» sprechen, von «König Fussball»: Da sorgte gerade Zlatan «Ibra» Ibrahimovic, schwedischer Nationalspieler, der seit drei Jahren beim Hauptstadtklub Paris-St. Germain unter Vertrag steht und der französischen Meisterschaft einen Glanz von Messi und Ronaldo verleiht, für einigen Wirbel, als er nach einer Niederlage, für die er Fehlentscheidungen des Schiedsrichters verantwortlich machte, Frankreich als «sch... Land» bezeichnete, das seinen Verein nicht verdient hätte. Zwar bedauerte er die Äusserungen anschliessend, doch kurze Zeit später strickte sein Berater in der täglich er­scheinenden Sportzeitung «L’Equipe» weiter an der Legende der Diva, indem er erklärte, sein fast 2 m grosser Schützling fühle sich zu «schön für Kopfbälle» und halte seine Extremität nur deshalb so selten hin, weil er Angst habe, sie zu beschädigen.

 

Damit sind wir nicht mehr weit zu anderen schönen Dingen, mit denen Frankreich auf natürliche Weise in Verbindung gebracht wird: der Mode. Aus Anlass der Anfang März über den Laufsteg gegangenen «Paris Fashion Week» wird derzeit der unter den Mannequins grassierende Magerwahn diskutiert. Am 31. März verhandelt die Nationalversammlung über einen Gesetzesentwurf, der Magermodels den Kampf ansagt und ihren Arbeitgebern mit Geld- und Gefängnisstrafen droht. Den Schritt, den andere, in der milliardenschweren Modebranche tonangebende Länder wie Spanien und Italien bereits vollzogen haben, finde ich deswegen bemerkens- und erwähnenswert, weil Models wie Fussballstars eine gewisse Vorbildfunktion innehaben. Immerhin sind neun von zehn der laut dem französischen Gesundheitsministerium geschätzten 30–40 000 in Frankreich an Anorexie leidenden Menschen minderjährig...

 

Dass wir damit wieder vor «fetten Jahren» stehen, ist fraglich – erst recht in der französischen Logistikwelt. Wir verschaf­fen uns einen Einblick vor Ort und freuen uns auf anregende Begegnungen im Rahmen der «Semaine Internationale du Transport et de la Logistique», die vom 31. März bis 2. April in Paris stattfindet. Besuchen Sie uns dort an unserem Stand «U56»!

 

Andreas Haug
Ressortleiter Luftfracht

 

 

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