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07.04.2015

Artikel Nummer: 9802

15-16/2015 Ein offenes Ohr


Titel sind etwas Wunderbares. Sie verleihen Amt und Würden, stiften Sinn, machen ihren Träger berechenbar und füllen bisweilen die bedenkliche Leere unter dem eigenen Namenszug auf der Visitenkarte. Und es sei zugegeben: Natürlich klingt ein Deputy Facility Manager besser als der Stellvertreter des Hausmeisters.

 

Seit einiger Zeit ist eine neue Bezeichnung im heutigen byzantinischen Titelwirrwarr auszumachen. Es ist ein Trend besonders in US-Firmen – grosse Marken wie Kodak oder Dell sind die Vorreiter – einen «Chief Listening Officer (CLO)» zu engagieren. Seine Aufgabe besteht darin, in den tiefen Gewässern der Kommunikationskanäle, vor allem im Internet und in sozialen Medien, das Umfeld des eigenen Unternehmens, der eigenen Marke, auszuloten.

 

Lassen wir die anfängliche Ironie beiseite. Was zunächst eigentümlich klingt, enthüllt sich bei näherer Betrachtung als eine kluge seismographische Massnahme. Selten bleiben bei einem Tsunami – oder einem Shit Storm – die Vorboten aus.

 

Und bekanntlich ist es immer leichter, präventiv einen Trend von der Basis aufzunehmen als ihn mit reichlich Marktforschung zu eruieren oder schlicht zu spät zu erkennen. Ein offenes Ohr hat noch nie geschadet.

 

Gern leihen wir vom ITJ Ihnen das unsere auf den anstehenden Messen, auf denen wir uns hoffentlich sehen. Ob Paris, Sao Paulo, Singapur oder Moskau – kommen Sie auf uns zu, wir freuen uns auf den Austausch mit Ihnen. Im Impressum auf S.30 finden Sie unsere Koordinaten.

 

Christian Doepgen
Chefredaktor

 

 

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