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20.05.2015

Artikel Nummer: 10346

21-22/2015 Das Netz und du!


Die Digitalisierung hat ihren Höhepunkt erreicht. Wie das, werden Sie jetzt erstaunt fragen? Zum gleichen Zeitpunkt, zu dem Google und Paypal Banklizenzen erworben haben? Ausgerechnet heute, wo Datenbrillen für Autofahrer vor dem Durchbruch stehen? In der heutigen Zeit, in der 3D-Drucker endlich die Preisgrenze für den Hausgebrauch erreicht haben? Es spricht einiges dafür, dass die Antwort «Ja» lautet.

 

Zunächst einmal stossen die Vorreiter der Digitalisierung, die sozialen Netzwerke, an ihre Grenzen. Facebook hat am Ende des 1. Quartals 2015 weltweit 1,44 Mrd. Nutzer ausgewiesen, d.h. ca. 1% mehr als im Vorquartal. Twitter, das 2015 knapp die Grenze von 300 Mio. globalen Nutzern erreicht hat, rechnet selbst bis Ende 2018 mit max. 387 Mio. Nutzern. Das ist, mit einem Wort, ein Nischenphänomen. Eine weltumspannende Durchdringung ist auch für die grössten Optimisten vom Tisch.

 

Wir sprechen nicht nur über Nutzen, wir sprechen auch von Coolness. Dieser Faktor ist bei vielen Anbietern der Digitalisierung verblasst, da man längst zum Establishment gehört. Google hat in den USA inzwischen Microsoft als die erklärte Zielscheibe von Bewegungen, sprich Hackern «von unten», abgelöst. Diesseits des Atlantiks hat der Nachgang zur Snowden-Affaire ein Misstrauen gegenüber der Datenhaltung geschürt, die den privaten Rahmen überschreitet. Hinter vorgehaltener Hand berichtet so mancher Mittel­ständler von seiner Zurückhaltung gegenüber Cloud und Big Data – nicht wegen kruder Verschwörungstheorien, sondern aus Angst vor Wirtschaftsspionage.

 

Darin liegt ein Fingerzeig. Der Zug geht nicht zwingend in Richtung Verzicht auf das Smartphone oder gar das Internet. Es geht um Vertraulichkeit, ggf. Anonymität und auch um die gezielte Information an die richtige Zielgruppe, die nicht immer mit der Weltbevölkerung identisch sein muss.

 

Genauso halten wir uns vom ITJ digital wie analog an die Verlader aus Handel und Industrie sowie die Logistik- und Transportbranche – auf globaler Basis. Lesen Sie in dieser Ausgabe u.a. in unseren Specials über Entwicklungen in der spanischsprachigen Welt, über chinesische Investitionen in Weissrussland, die Fusion am US-amerikanischen Himmel und die jüngsten Ergebnisse von NOL in Singapur.

 

Viel Spass bei der Lektüre wünscht

 

Christian Doepgen
Chefredaktor

 

 

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