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12.07.2016

Artikel Nummer: 15432

27-30 Ausscheiden oder portugiesisch gewinnen


Jetzt ist es doppelt bewiesen: Briten sind einfach keine Europameister! Weder konnten die Fussball-Nationalmannschaften von England, Wales oder Nordirland den Kontinentalpokal am 10. Juli in den Pariser Nachthimmel recken, noch wünschte die Mehrheit des Wahlvolks am 23. Juni ein weiteres Engagement in der Europäischen Union. Wie weit Letzteres den freien Verkehr von Menschen und Gütern in Frage stellt, dämmert manchen Neinsagern nach und nach, etwa wenn das Britische Pfund an ihren Urlaubsorten plötzlich weniger wiegt – doch sehr wahrscheinlich zu spät.

 

Zu einer jahrelangen Hängepartie wird der angestossene EU-Austritt des Vereinigten Königreichs auch für die Transportbranche. Die konkreten Folgen wagen die internationalen Fachverbände noch nicht abzuschätzen. Doch die alte Frage nach dem Ausbau von London-Heathrow oder -Gat­wick wird der Brexit sicher nicht schneller beantworten. In der Zwischenzeit können festlandeuropäische Flughäfen vielleicht sogar die eine oder andere Sendung umleiten. Dieser Ansicht war der Frachtchef eines grossen Mitbewerbers, mit dem ich Mitte Juni auf der Air Cargo China sprach.

 

Aus der Ferne betrachtet, erscheinen Sorgen und Probleme viel kleiner – ganz im Gegensatz zu den meisten Hoffnungen. So setzten die Verantwortlichen des südwest­deutschen Flughafens Frankfurt-Hahn sehr stark auf einen chinesischen Investoren, dem nun «kriminelle Absichten» bescheinigt werden. Zwei im Bieterverfahren zunächst nicht zum Zuge gekommene Firmen, mit denen neu verhandelt werden soll, haben allerdings ebenfalls Verbindungen ins Reich der Mitte... Zu den fernost-westlichen Beziehungen beachten Sie bitte den Beitrag von Frank O. Bayer auf S. 8. Wir freuen uns, den Lörracher BWL-Professor mit Schwerpunkt Spedition, Transport und Logistik als Kommentatoren für Sie gewonnen zu haben! Die Federn weiterer Fachleute sollen künftig die ITJ bereichern – getreu dem Motto «Gemeinsam statt einsam!»

 

Dennoch wünsche ich Ihnen, in den nächsten Wochen in sich zu gehen und die Ruhe zu haben, um die Kraft zu schöpfen, die Sie für die alltäglichen Entscheidungen nach der Rückkehr aus dem Sommer­urlaub benötigen. Damit Sie nicht völlig von der Transportwelt abgeschnitten sind, empfehle ich Ihnen die Lektüre dieser Ausgabe – gedruckt oder auch als App.

 

Herzlich, Ihr

 

Andreas Haug
Ressortleiter Luftfracht

 

 

 

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