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26.08.2015

Artikel Nummer: 11242

35-36/2015 Mut zum Risiko!


Risikobereitschaft ist eine unternehmerische Kardinaltugend. Auch wenn ein Firmenchef auf einen ausgewogenen Mix von bewährten Produkten und vielversprechenden Innovationen setzt – es bleibt selbst dann immer das Restrisiko, mit den bewährten Rezepten den Zug der Zeit zu verpassen oder die Dynamik eines neuesten Trends zu überschätzen. Letztlich können auch tiefschürfende Marktanalysen und ausgeklügelte Trendforschung nur einen Rahmen setzen. Entscheidung und Risiko bleiben, was nicht einmal so schlecht ist. Denn nachhaltige Lehren werden sowohl aus kühnen Erfolgen wie z.B. dem Iphone als auch aus gutem Scheitern wie z.B. dem Imode gezogen. Für beide Resultate gilt, dass man sie hinterfragen und argumentieren muss. Das wird gern vergessen.

 

Doch wie viel Mut tut gut? Im globalen Masstab herrscht zur Zeit Verzagtheit vor. Die Flaggschiffe USA und China haben Schlagseite, stockende Handelsströme, Devisenabwertungen, fallende Rohstoffpreise, politische Gewaltakte und Flüchtlingsströme drücken auf Margen und Stimmungen. Die fortbestehenden Chancen in den Schwellenländern scheinen fast vergessen zu sein. Das Stichwort heute lautet allerdings nicht mehr stürmisches, sondern qualitatives Wachstum. Weiterhin gibt es in diesen Regionen neben einem grossem Investitionsbedarf, um sozialistische oder koloniale Wirt-schaftsstrukturen auf einen modernen Pfad zu bringen, auch gute Geschäftsmöglichkeiten. Der Berg kommt aber nicht zum Propheten. Man muss auch hingehen.

 

Zuletzt hat man sich einfach an der eigenen Nase zu fassen. Kürzlich habe ich – unfreiwillig – einen interessanten Selbstversuch zur Risikobereitschaft als Autopendler unternommen. Ein verlegter Schlüssel zur Tiefgarage bot den Anlass: Wie komme ich jeden Morgen und Abend rein und wieder raus? Einfach ersetzen? Nein! Das anfänglich flaue Gefühl machte irgendwann der Abenteuerlust Platz und führte zu unterhaltsamen Begegnungen. Freundliche Kollegen halfen aus, liebenswürdige Putzfrauen schlossen auf, wildfremde Mitparker erwiesen sich als nette Nachbarn. Und am Ende kam ich auf die bestmögliche, sommerliche Lösung – einfach mit dem Fahrrad fahren.

 

Eine beschwingte, spätsommerliche Lektüre des ITJ wünscht Ihnen, ob auf der Fiata in Taipeh, unterwegs im Land des Geschäftspartners oder schlicht im heimischen Büro, Ihr

 

Christian Doepgen
Chefredaktor

 

 

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