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12.09.2014

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Artikel Nummer: 7302

37-38/2014 Spurwechsel


Die Konjunktur-Lokomotive hat den Kontinent gewechselt. Angesichts des stagnierenden Euro-Raums galten lange Zeit die Schwellenländer als Hoffnungsträger des Aufschwungs, bis erst die Wachstumsraten und dann die Währungen unter Druck gerieten. Asien, das sich im letzten Jahrzehnt an die Spitze der Weltwirtschaft gesetzt hatte, verlor besonders an Schwung. Indien ist inzwischen von seiner Realität, die für ausländische Investoren nicht immer günstig ist, eingeholt worden. Für China, dessen weiterhin beachtliches Wachstum im Verhältnis zuletzt so schwach ausfiel wie seit 15 Jahren nicht, macht in der Politik der Kommentar die Runde, dass in der volkswirtschaftlichen Strategie der Faktor Wandel nunmehr vor dem Faktor Wachstum rangiere. Das spricht nicht für eine nahende Hausse.

 

Der Beobachter tut gut daran, sich am Blick über den Atlantik zu erfrischen. Aus den USA, die seit der Subprime-Krise lange unter Druck standen, erreichen uns ermutigende Zahlen. Der wichtigste Indikator für die US-amerikanische gesamtwirtschaftliche Entwicklung, das Verhältnis der Erst­anträge auf Arbeitslosenhilfe zur Gesamtbeschäftigung, hat einen positiven Rekordtiefstand erreicht. Auch die ­Indizes des «Institute für Supply Management» (ISM) für das ­verarbeitende und nicht-verarbeitende Gewerbe haben sich seit dem schwachen Jahresbeginn signifikant verbessert.

 

Die USA fassen also wieder Tritt. Mit einem realen Wachstum des BIP von geschätzten 2,77% in 2014 knüpft man an die guten Resultate der Jahre 2012, 2010 und selbst 2006 an. Von Zuwächsen von 3,4% oder 3,8% wie in den Jahren 2005 und 2004 ist man jedoch noch ein gutes Stück entfernt. Es spricht also einiges dafür, dass es zunächst erst einmal wieder zu einer Grundauslastung der US-Wirtschaft kommt, bevor ein wirklicher Boom einsetzt. Aber bereits diese Botschaft ist dazu angetan, Zuversicht zu verbreiten.

 

Folgen Sie uns in dieser ­Ausgabe auf den amerikanischen ­Kontinent. Vielleicht sehen wir uns in diesen ­Tagen auf den ­Messen in ­Kalifornien oder Texas.

 

Christian Doepgen
Chefredaktor

 


 


 

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