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22.10.2014

Artikel Nummer: 7879

43-44/2014 Verpasste Chance


Seoul gilt nicht unbedingt als Top-Reisedestination – zumindest in Europa: Drei Viertel der ausländischen Besucher Südkoreas kommen der offiziellen Statistik nach aus Japan, China, Hongkong und Taiwan. Für mich persönlich verdienen das Land und seine Menschen viel mehr Aufmerksamkeit, bieten sie doch unversehrte Natur und sowohl traditionelle als auch postmoderne Kultur. Nun war Seoul zu Beginn des Monats erstmals Austragungsort des Tiaca-Luftfrachtforums, und mein Fazit nach drei ereignisreichen Veranstaltungstagen lautet: Die Abwesenden haben durchaus etwas verpasst! Ausser einheimischen Branchenvertretern und weiteren Asiaten wurden immer­hin einige US-amerikanische Aussteller und Besucher von «Hallyu», der so genannten «Koreanischen Welle», erfasst und folgten dem Ruf über den Pazifik.

 

Neben wertvollen Kontakten bot der alle zwei Jahre organisierte Anlass dem Weltluftfrachtverband auch diesmal wieder eine Bühne, um seine zahlreichen Aktivitäten vorzustellen (s. Bericht S. 15). In vorderster Linie stand dabei die Wiederbelebung der beiden Komitees, die sich mit Ausbildung und Industrieangelegenheiten beschäftigen. So wurden die Unterausschüsse des letzteren mit erfahrenen Branchenexperten besetzt, die das geografisch wie nach Ausrichtung breite Mitgliederspektrum der Tiaca widerspiegeln sollen.

 

Der Verband bemüht sich sichtlich, dem unter Druck stehenden Verkehrsträger neue Chancen zu eröffnen, und versucht, althergebrachte Grenzen zu durchbrechen. Dafür stand die Anwesenheit und aktive Einbindung des Iata-Frachtchefs Glyn Hughes sowie der Generalsekretäre von Icao, Raymond Benjamin, und der Weltzollorganisation, Kunio Mikuriya. Zusammen mit diesen Partnern und den Aufsichtsbehörden sollen zuverlässige Datensysteme entwickelt werden, die Sendungsinformationen vor dem Abflug übermitteln und die Luftfracht noch sicherer machen. Umwelt- und E-Commerce-Fragen waren weitere wichtige Themen der Tätigkeit, die auch inner­halb der Gacag erörtert werden. Deren Federführung ging nun turnusgemäss von der Tiaca an die Iata über.

 

Weitaus mehr Zuspruch hat der 52. Weltkongress erfahren, den der Spediteursverband Fiata in der Folgewoche in Istanbul veranstaltet hat. Auch dort waren wir vor Ort – und werden in unseren nächsten Ausgaben darüber berichten.

 

Andreas Haug
Ressortleiter Luftfracht

 


 

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