Service Centre

05.11.2014

Artikel Nummer: 8054

45-46/2014 Botschaften und Parolen


Auf jeder grossen Veranstaltung ziehen die bekannten Namen, die auf dem Programm stehen. Namhafte Firmenlenker oder operative Entscheidungsträger berichten von ihrer Sicht der Dinge, die häufig für den Zuhörer aufschlussreich ist. Jedoch ist seit geraumer Zeit eine Trendwende erkennbar, wenn es um den Geschäftszweck der Unternehmen geht. So erlebte ich kürzlich beim BVL-Kongress eine Überraschung, als Frank Appel von der Deutschen Post DHL in seinem Vortrag mit Ausblick auf 2025 mehrfach davon sprach, «die Welt zu einem besseren Planeten zu machen.» Desgleichen erlebt man auch bei Verladern, so bei Novartis, wo bei An-sprachen selten der Hinweis fehlt, dass alle Anstrengungen des Konzerns «dem Interesse des Patienten gelten».

 

Solche Aussagen von Konzernen, die bei Quartalsergebnissen Erlöse und Ebit-Zahlen nicht vergessen, reizen natürlich zur Spottlust. Ein Kollege hingegen verwies mich auf den Gedanken, dass diese Aussagen auch ein Umfeld brauchen. Anscheinend gibt es Viele, die das erwerbswirtschaftliche Prinzip lieber gar nicht hören wollen und stattdessen solche Botschaften vorziehen. Auch das ist eine Erkenntnis.

 

Dass sich beide Aspekte berücksichtigen lassen, zeigte sich auf dem 52. Fiata-Kongress in Istanbul, der kürzlich über 1000 Spediteure in der Türkei zusammenführte. Neben einem Fonds gegen die Ausbreitung der Ebola-Seuche, der spontan begründet wurde, unterzeichnete die Fiata eine Absichtserklärung mit der Weltbank für künftige Projekte. Zusätzlich wurden gemeinsame Positionen zu Handelserleichterungen, verbesserter logistischer Konnektivität sowie Zoll- und Abfertigungserleichterungen für Sendungen des E-Commerce mit überschaubarem Wert formuliert. Alles in allem ein interessanter Cocktail, der durch die Ausführungen von leitenden Vertretern von WTO und WCO darüber hinaus angereichert wurde.

 

Wir sind also nach wie vor ein gutes Stück von der besten aller möglichen Welten entfernt. Leisten wir unseren Beitrag.

 

Christian Doepgen
Chefredaktor

 


 


 

 

 

Mehr zum Thema